Lichtmanagement im Gesundheits- und Pflegebereich – mehr Sicherheit und Selbstständigkeit

Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang von guter Beleuchtung, Gesundheit und Wohlbefinden. Immer mehr Krankenhäuser, Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen nutzen deshalb eine Beleuchtung, die zugleich ergonomisch, emotional ansprechend und gesundheitsfördernd ist. Modernes Lichtmanagement unterstützt Patienten und Bewohner und entlastet das Personal.


Licht ist für kranke Menschen wie Medizin. Es unterstützt das emotionale Empfinden und damit die Regeneration der Patienten. Während ihres Aufenthaltes in einer Klinik kommen Patienten jedoch nur selten oder gar nicht ins Freie, und nicht immer steht ihr Bett am Fenster.

Eine Beleuchtung mit nicht-visueller Wirkung beeinflusst die biologischen Prozesse im menschlichen Körper positiv: Beispielsweise als besonders helles Licht, das die Wachphasen fördert, oder als dynamisches, dem Tageslichtverlauf angepasstes Licht, das mit unterschiedlichen Beleuchtungsstärken und wechselnden Farbtemperaturen die Wach- und Schlafphasen des Patienten unterstützt. Dynamische Lichtlösungen entlasten auch das Klinikpersonal: Therapiezeiten und Pflegebedarf sind geringer, wenn der circadiane Rhythmus der Patienten stabil ist. Beleuchtungssysteme mit voreingestellten Lichtstimmungen unterstützen zudem Motivation und Konzentrationsfähigkeit der Mitarbeiter.

Licht im Seniorenheim

Altersbedingte Krankheitsbilder stellen hohe Anforderungen an die Beleuchtung in Pflegeheimen. Viele Bewohner sehen schlecht. Hinzu kommt: 60 bis 80 Prozent der Bewohner in Seniorenpflegeheimen leiden an unterschiedlichen Formen der Demenz. Ihre Bewegungsabläufe werden unsicherer, die Sturzgefahr steigt. Mangelnde Aktivität führt zu erhöhter Schläfrigkeit am Tag und zu unruhigen Nächten. Viele Anwendungen belegen heute, dass neben ausreichend hellem (Tages-)Licht eine Beleuchtung mit nichtvisuellen Wirkungen zu deutlich mehr Aktivität und Wohlergehen der Bewohner beiträgt. Zugleich werden weniger Schlafmittel benötigt und das Pflegepersonal wird entlastet.

Komfortable Beleuchtung für Zimmer und Aufenthaltsräume

Durch die körperlichen und geistigen Einschränkungen mancher Patienten und Bewohner ist es nicht sinnvoll, die Beleuchtung lediglich per Lichtschalter zu bedienen. Bewegungsmelder, die das Ein- und Ausschalten automatisch übernehmen, sowie festgelegte, programmierbare Abläufe und die Option einer Fernsteuerung erleichtern alltägliche Wege und Aufgaben. Neben der Funktionsbeleuchtung empfiehlt licht.de zusätzliche Leuchten, die eine angenehme Atmosphäre verbreiten und sich individuell an unterschiedliche Bedürfnisse und Situationen anpassen lassen.

Ältere Menschen brauchen ein deutlich höheres Beleuchtungsniveau als junge Menschen, um sich in Räumen zu orientieren und wohlzufühlen.

Sichere Beleuchtung für Flure und Wege

Wenn Treppen, Kanten und Unebenheiten – etwa durch eine Nachtbeleuchtung, die über Bewegungsmelder gesteuert wird – klar erkennbar sind, sinkt das Risiko von Unfällen. Zudem fühlen sich ältere oder kranke Menschen deutlich sicherer, wenn sie sich dank einer geschickten Umgebungsbeleuchtung besser orientieren können. Eine Erhöhung der vertikalen Beleuchtungsstärken sorgt dafür, dass z. B. Gesichter besser zu erkennen sind und trägt damit ebenfalls zu mehr persönlichem Wohlergehen bei.

Entspannende Beleuchtung für Untersuchungs- und Behandlungsräume

Damit sich Patienten bei Untersuchungen besser entspannen können, sollte es möglich sein, verschiedene Voreinstellungen der Beleuchtung aufzurufen, die eine Atmosphäre schaffen, die für die jeweiligen medizinischen Abläufe besonders geeignet ist. Vor und nach der Behandlung sollte die Allgemeinbeleuchtung keinen zu großen Kontrast darstellen, um eine Blendung zu vermeiden.

Beispiel für Lichtmanagement im Sprechzimmer: Vier Leuchten für die Grundbeleuchtung mit wechselnden Farbtemperaturen (3.000 Kelvin bis 6.500 Kelvin), die dem natürlichen Tageslichteinfall entsprechen. Die Leuchte am Schreibtisch enthält ein integriertes Steuergerät. Über der Untersuchungsliege stehen zwei zusätzliche Leuchten zur Verfügung; Taster gibt es an der Tür sowie im Untersuchungsbereich.

Tageslichtnutzung und Präsenzsteuerung sparen Energie

Viel Tageslicht im Raum fördert nicht nur das Wohlbefinden, sondern spart auch viel Energie: So benötigt ein von Sonne durchfluteter Raum nur in den vom Fenster abgewandten Bereichen eine unterstützende künstliche Beleuchtung. Ein modernes Lichtmanagement setzt genau hier an und steuert jede einzelne Leuchte im Raum nach dem aktuellen Lichtbedarf an. Bei fensternahen Leuchten kann dadurch bis zu 50 Prozent und bei weiter entfernten Leuchten bis zu 20 Prozent Energie eingespart werden.

Auch eine bedarfsabhängige Beleuchtung über Präsenzmelder senkt die Brennstunden der Leuchten und den Wartungsaufwand in einem Krankenhaus deutlich. 

Tipps für Neubau und Sanierung

Insbesondere im Gesundheitswesen ist biologisch wirksames Licht bzw. eine Beleuchtung nach dem Human-Centric-Lighting-Konzept sinnvoll. Ein Lichtmanagementsystem ist dann Pflicht. In der Pflege sind kabelgebundene Systeme zu bevorzugen, die mit anderen (z. B. medizinischen) Geräten weniger Wechselwirkungen haben und von festen Stationen, wie Schaltern oder Wandpanels, bedient werden. Eine weitere Flexibilität der Beleuchtung ist hier selten gefragt, deshalb kann das System auf einem festen Programm basieren, wie z. B. einem Tagesablauf mit tageslichtabhängiger Steuerung. In der Praxis bedeutet eine Sanierung meist Umbaumaßnahmen.

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